Ratgeber Vorsorge
Säule 3a: der umfassende Ratgeber
Maximalbeträge 2026, die neue Nachzahlung, Steuerersparnis, Bezug, Wohneigentum und Ihre Situationsfragen — verständlich erklärt, mit offiziellen Quellen und sichtbarem Stand.
Zuletzt aktualisiert am 5. September 2026 · Fachlich geprüft durch unser FINMA-lizenziertes Beraterteam
Kurz beantwortet
Die Säule 3a ist die gebundene private Vorsorge in der Schweiz. Wer ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen hat, kann jährlich einen gesetzlich begrenzten Betrag einzahlen und ihn vom steuerbaren Einkommen abziehen: 2026 sind das mit Pensionskasse CHF 7'258, ohne Pensionskasse 20 Prozent des Erwerbseinkommens bis maximal CHF 36'288.
Neu seit dem 1. Januar 2026 lassen sich verpasste Beitragsjahre unter Bedingungen nachzahlen. Das Guthaben ist gebunden und wird frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter oder für bestimmte Zwecke wie selbstbewohntes Wohneigentum ausbezahlt. Die Auszahlung wird separat und zu einem reduzierten Satz besteuert.
Diese Seite informiert allgemein und ersetzt keine persönliche Beratung. Alle Beträge und Fristen sind Stand 2026 und ohne Gewähr — sie können sich ändern und hängen teils vom Kanton ab. Für Steuerfragen ziehen Sie bitte eine Steuerberatung bei.
Was ist die Säule 3a — und was der Unterschied zu 3b?
Das Schweizer Vorsorgesystem ruht auf drei Säulen: der staatlichen AHV/IV (1. Säule), der beruflichen Vorsorge (2. Säule, Pensionskasse) und der privaten Vorsorge (3. Säule). Die Säule 3a ist der gebundene Teil der privaten Vorsorge: Sie ist steuerlich gefördert, dafür sind Einzahlung und Bezug an gesetzliche Regeln gebunden.
Die Säule 3b ist die freie private Vorsorge — ohne besondere steuerliche Förderung, dafür ohne die Bindungen der 3a (jederzeit verfügbar, frei in der Höhe). Dieser Ratgeber behandelt die gebundene Säule 3a.
Einzahlen darf, wer in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt — als Angestellte oder als Selbstständige.
Wie viel darf ich 2026 einzahlen?
Der Maximalbetrag hängt davon ab, ob Sie einer Pensionskasse angehören. Der Bundesrat hat am 17. November 2025 bestätigt, dass der 3a-Abzug für das Steuerjahr 2026 gegenüber 2025 unverändert bleibt.
Damit die Einzahlung für das laufende Steuerjahr zählt, muss der Betrag bis zum 31. Dezember auf dem 3a-Konto verbucht sein.
| Situation | Maximalbetrag 2026 |
|---|---|
| Mit Pensionskasse (2. Säule) | CHF 7'258 |
| Ohne Pensionskasse (z. B. Selbstständige) | 20 % des Erwerbseinkommens, max. CHF 36'288 |
Die genaue Frist rund um Jahresende und die Wirkung fürs Steuerjahr behandelt unser Detail-Ratgeber zur Einzahlungsfrist (siehe Link unten).
Nachträglicher Einkauf: verpasste Jahre nachzahlen (neu ab 2026)
Seit dem 1. Januar 2026 können verpasste oder nicht ausgeschöpfte 3a-Jahre unter Bedingungen nachträglich einbezahlt werden. Das ist die grösste Neuerung der letzten Jahre in der Säule 3a.
Die wichtigsten Regeln im Überblick:
- Nachgezahlt werden kann bis zu zehn Jahre rückwirkend — aber nur für Beitragsjahre ab 2025.
- Eine Nachzahlung ist immer erst im Folgejahr der Lücke möglich (für 2025 also frühestens 2026).
- Voraussetzung ist, dass der volle Beitrag des laufenden Jahres bereits einbezahlt ist.
- Sie brauchen sowohl im Lückenjahr als auch im Einkaufsjahr ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen.
- Lücken, die durch einen Vorbezug (z. B. für Wohneigentum) entstanden sind, lassen sich nicht auffüllen; nach Bezug einer Altersleistung ist kein Einkauf mehr möglich.
Lückenjahr
Im Jahr der Lücke (frühestens 2025) wurde der 3a-Beitrag nicht oder nicht voll ausgeschöpft.
Folgejahr
Erst im Folgejahr kann die Lücke nachgezahlt werden — nachdem der laufende Jahresbeitrag voll einbezahlt ist.
Rückwirkung
So lassen sich Schritt für Schritt bis zu zehn zurückliegende Jahre auffüllen, sofern sie ab Beitragsjahr 2025 liegen.
Wie viel Steuern spare ich mit der Säule 3a?
3a-Beiträge werden vom steuerbaren Einkommen abgezogen. Wie viel Sie tatsächlich sparen, hängt von Ihrem persönlichen Grenzsteuersatz ab — und der unterscheidet sich stark nach Einkommen, Wohnkanton und Gemeinde.
Als grobe Orientierung — keine verbindliche Berechnung — bewegt sich die Ersparnis bei einem Maximalbeitrag von CHF 7'258 üblicherweise in dieser Bandbreite:
| Grenzsteuersatz (illustrativ) | Ungefähre Ersparnis pro Jahr |
|---|---|
| ca. 20 % | rund CHF 1'450 |
| ca. 30 % | rund CHF 2'180 |
| ca. 40 % | rund CHF 2'900 |
Diese Zahlen sind reine Beispiele und kantonsabhängig; sie ersetzen keine Steuerberatung. Ihr tatsächlicher Grenzsteuersatz kann darüber oder darunter liegen.
Säule 3a bei der Bank oder bei der Versicherung?
Eine 3a kann als Banklösung (Konto oder Wertschriftenlösung bei einer Bankstiftung) oder als Versicherungslösung (gebundene Vorsorgeversicherung) geführt werden. Beide Wege sind zulässig; sie unterscheiden sich in ihren Merkmalen.
Die folgende Übersicht stellt die Merkmale gegenüber — sie ist keine Empfehlung. Welcher Weg zu einer Person passt, hängt von deren Situation ab.
| Merkmal | Bank-3a | Versicherungs-3a |
|---|---|---|
| Flexibilität der Einzahlung | Beträge frei wählbar, Pausen möglich | Meist vereinbarte Prämie über die Laufzeit |
| Versicherungsschutz | Kein integrierter Risikoschutz | Kann Risikoschutz (z. B. Prämienbefreiung) enthalten |
| Kostenstruktur | Konto-/Depotgebühren | Versicherungs- und Abschlusskosten |
| Vorzeitige Auflösung | In der Regel unkompliziert | Kann mit Verlusten verbunden sein |
Ob ein Konto- oder ein Versicherungsweg zu Ihrer Lebenssituation passt, hängt von vielen persönlichen Faktoren ab. Solche Fragen klärt man am besten persönlich — gerne im unverbindlichen Gespräch, ohne Verkaufsdruck.
Säule 3a mit Wertschriften anlegen
Neben dem klassischen 3a-Zinskonto gibt es Wertschriftenlösungen, bei denen das Guthaben angelegt wird. Strukturell unterscheiden sie sich vom Konto vor allem darin, dass Wert und Ertrag schwanken können: Es bestehen sowohl Chancen als auch Risiken, und der Wert kann zeitweise unter dem Einzahlungsbetrag liegen.
Ob und in welcher Form eine Wertschriftenlösung sinnvoll ist, hängt von der persönlichen Situation, dem Anlagehorizont und der Risikofähigkeit ab. Diese Seite erklärt nur die Struktur und spricht bewusst keine Anlageempfehlung aus.
Wie eine 3a mit Wertschriften grundsätzlich funktioniert, besprechen wir gerne mit Ihnen. Für eine auf Sie zugeschnittene Einschätzung vereinbaren Sie ein unverbindliches Gespräch.
Wann und wie kann ich die Säule 3a beziehen?
Das 3a-Guthaben ist gebunden. Der ordentliche Bezug ist frühestens fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter möglich; wer über das Referenzalter hinaus erwerbstätig bleibt, kann den Bezug bis zu fünf Jahre aufschieben.
Das Referenzalter selbst verschiebt sich derzeit: Für Männer liegt es bei 65. Für Frauen wird es schrittweise angehoben — Jahrgang 1963 auf 64 Jahre und 9 Monate, ab Jahrgang 1964 auf 65 Jahre; ab 2028 gilt für alle 65.
5 Jahre vorher
Frühestmöglicher ordentlicher Bezug — fünf Jahre vor dem AHV-Referenzalter.
Referenzalter
Männer 65; Frauen je nach Jahrgang (1963: 64 J. 9 Mt.; ab 1964: 65).
Bis 5 Jahre danach
Aufschub des Bezugs möglich, solange eine Erwerbstätigkeit weiterbesteht.
Gestaffelter Bezug und Kapitalauszahlungssteuer
Die 3a-Auszahlung wird nicht zum übrigen Einkommen geschlagen, sondern separat und zu einem reduzierten Satz besteuert (Kapitalauszahlungssteuer). Die konkreten Sätze sind kantonal unterschiedlich.
Weil der Steuersatz mit der Höhe der Auszahlung steigt, verteilen manche ihr Guthaben auf mehrere Konten und beziehen gestaffelt über mehrere Steuerjahre. Ob und in welchem Umfang das im Einzelfall sinnvoll ist, ist individuell und kantonsabhängig — diese Seite erklärt nur das Prinzip.
Konkrete Steuersätze werden hier bewusst nicht genannt, weil sie kantonal variieren. Für eine individuelle Einschätzung ist eine Steuerberatung zuständig.
Säule 3a für Wohneigentum vorbeziehen
Sie können 3a-Guthaben vorbeziehen, um selbstbewohntes Wohneigentum zu finanzieren (Wohneigentumsförderung). Anders als bei der 2. Säule (dort gilt ein Mindestbezug von CHF 20'000) gibt es für die Säule 3a keinen gesetzlichen Mindestbetrag.
Es gelten die folgenden Bedingungen:
- Nur für selbstbewohntes Wohneigentum am Haupt-/Erstwohnsitz — keine Zweit- oder Ferienwohnung.
- Ein Vorbezug ist in der Regel alle fünf Jahre möglich.
- Für die Säule 3a besteht kein gesetzlicher Mindestbezug (der CHF-20'000-Mindestbetrag betrifft die 2. Säule).
Weitere Gründe für einen vorzeitigen Bezug
Neben dem Referenzalter und dem Wohneigentum erlaubt das Gesetz den vorzeitigen Bezug in weiteren Fällen:
| Grund | Voraussetzung |
|---|---|
| Aufnahme einer Selbstständigkeit | Antrag innerhalb eines Jahres nach Aufnahme; keine Unterstellung unter die 2. Säule mehr |
| Endgültiges Verlassen der Schweiz | Bei definitivem Wegzug; die 3a ist beziehbar (anders als der obligatorische Teil der 2. Säule) |
| Volle Invalidität | Bezug einer ganzen Invalidenrente |
| Einkauf in die Pensionskasse | Übertrag des 3a-Guthabens in die 2. Säule |
Was passiert mit der Säule 3a im Todesfall?
Für den Todesfall gilt eine gesetzliche Begünstigtenordnung (BVV 3). Sie bestimmt in fester Reihenfolge, wer das Guthaben erhält — innerhalb der Ränge wird nach Köpfen verteilt.
Wichtig: Ab dem 1. Juni 2027 wird diese Ordnung flexibler. Dann lassen sich zum Beispiel die eigenen Kinder als erstbegünstigt bezeichnen, auch bei Verheirateten und in Patchwork-Situationen.
1. Rang
Überlebende/r Ehegatte oder eingetragene/r Partner/in.
2. Rang
Direkte Nachkommen sowie Lebenspartner/in (bei mind. fünf Jahren Lebensgemeinschaft oder gemeinsamen Kindern) und erheblich unterstützte Personen.
Weitere Ränge
Danach Eltern, Geschwister und übrige Erben.
Ab 1. Juni 2027 gilt eine flexiblere Begünstigtenordnung. Die genaue Reihenfolge richtet sich nach BVV 3; massgebend ist der Verordnungstext.
Häufige Fragen
Was passiert mit der Säule 3a, wenn ich die Schweiz verlasse?
Bei endgültigem Verlassen der Schweiz kann das 3a-Guthaben bar bezogen werden — unabhängig vom Zielland. Das ist ein Unterschied zur 2. Säule: Deren obligatorischer Teil bleibt gesperrt, wenn Sie in ein EU/EFTA-Land ziehen und dort obligatorisch rentenversichert sind. Die Säule 3a ist von dieser Sperre nicht betroffen (Quelle: BSV).
Kann ich die Säule 3a bei einer Selbstständigkeit vorbeziehen?
Ja. Wer eine selbstständige Erwerbstätigkeit aufnimmt und der beruflichen Vorsorge nicht mehr untersteht, kann die 3a vorbeziehen. Der Antrag ist innerhalb eines Jahres nach Aufnahme der Selbstständigkeit bei der Vorsorgeeinrichtung zu stellen, mit Nachweis der Selbstständigkeit (Quelle: BSV).
Wie wird die Säule 3a bei einer Scheidung behandelt?
Anders als die 2. Säule unterliegt die 3a nicht dem Vorsorgeausgleich. Sie fällt unter das eheliche Güterrecht: Im ordentlichen Güterstand der Errungenschaftsbeteiligung wird 3a-Guthaben, das während der Ehe aufgebaut wurde, in der Regel hälftig geteilt (Quelle: BSV).
Kann ich die Säule 3a bei Invalidität beziehen?
Bei Bezug einer ganzen (vollen) Invalidenrente ist ein vorzeitiger Kapitalbezug der Säule 3a möglich. Bei einer Versicherungs-3a kommt häufig eine Prämienbefreiung hinzu; das hängt vom Vertrag ab (Quelle: BSV).
Wer erhält die Säule 3a im Todesfall?
Es gilt die gesetzliche Begünstigtenordnung nach BVV 3: zuerst der überlebende Ehegatte oder die eingetragene Partnerin bzw. der Partner, danach direkte Nachkommen, eine Lebenspartnerin bzw. ein Lebenspartner (bei mind. fünf Jahren Lebensgemeinschaft oder gemeinsamen Kindern) und erheblich unterstützte Personen, danach weitere Erben. Ab dem 1. Juni 2027 wird diese Ordnung flexibler — dann können etwa die eigenen Kinder als erstbegünstigt bezeichnet werden (Quelle: BSV, admin.ch).
Kann ich mein 3a-Guthaben zu einem anderen Anbieter übertragen?
Ja. Ein Übertrag des 3a-Guthabens zu einer anderen anerkannten 3a-Einrichtung (Bank- oder Versicherungsstiftung) ist möglich, ohne die Vorsorge aufzulösen (Quelle: BSV, OAK BV).
Kann ich in einem Jahr ohne Erwerbseinkommen in die Säule 3a einzahlen?
Nein. Einzahlen kann nur, wer im betreffenden Jahr ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt. Fehlt es (etwa bei einem Erwerbsunterbruch), entsteht eine Lücke — die sich seit 2026 unter Bedingungen nachträglich einkaufen lässt (Quelle: BSV).
Sind mehrere 3a-Konten sinnvoll?
Mehrere 3a-Konten sind zulässig und dienen dem gestaffelten Bezug, um die Progression der Kapitalauszahlungssteuer zu brechen. Ob und wie viele Konten im Einzelfall sinnvoll sind, ist individuell und teils kantonal begrenzt.
Kann ich verpasste 3a-Jahre nachzahlen?
Seit dem 1. Januar 2026 ja: bis zu zehn Jahre rückwirkend, aber nur für Beitragsjahre ab 2025, jeweils erst im Folgejahr der Lücke und nur, wenn der laufende Jahresbeitrag bereits voll einbezahlt ist. In Lücken- und Einkaufsjahr ist ein AHV-pflichtiges Einkommen nötig; Lücken aus einem Vorbezug lassen sich nicht auffüllen (Quelle: BSV).
Was ist der Unterschied zwischen Säule 3a und 3b?
Die Säule 3a ist die gebundene private Vorsorge: steuerlich gefördert, dafür in Einzahlung und Bezug an gesetzliche Regeln gebunden. Die Säule 3b ist die freie private Vorsorge — ohne besondere steuerliche Förderung, dafür jederzeit verfügbar und frei in der Höhe (Quelle: ch.ch, BSV).
Quellen
- BSV — Die dritte Säule (Grundlagen, Beiträge, Begünstigung)
- Bundesrat / admin.ch — Höchstabzüge Säule 3a im Steuerjahr 2026
- BSV — Einkäufe in die Säule 3a (nachträgliche Einzahlung ab 2026)
- BSV — Auszahlung der Leistungen der Säule 3a (Bezugsgründe, Fristen)
- BSV — Wohneigentumsförderung mit Mitteln der Vorsorge
- BSV — Reform AHV 21 (Referenzalter)
- admin.ch — Mehr Spielraum bei den Begünstigten der Säule 3a (ab 1.6.2027)
- ch.ch — Die 3. Säule der Altersvorsorge (3a und 3b)
Alle Fristen und Beträge auf dieser Seite wurden gegen die verlinkten offiziellen Quellen geprüft. Stand: siehe Datum oben. Diese Seite ersetzt keine individuelle Beratung.
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